20/01/2026 0 Kommentare
Siehe, ich mache alles neu
Siehe, ich mache alles neu
# Spiritualität

Siehe, ich mache alles neu
Das neue Jahr ist gerade einmal wenige Wochen alt und die Hoffnungen auf ein friedvolleres Miteinander haben sich schon zerschlagen. Statt Friedensansätzen in der Ukraine gibt es neue Krisenherde in Lateinamerika und Grönland, die Konflikte um die Einwanderungspolitik in den USA fordern Todesopfer. Ich frage mich: Wohin soll das alles noch führen? Spricht nicht Gott: "Siehe ich mache alles neu", wie es als Losung, sozusagen als religiöser Kalenderspruch, über dem gerade begonnen Jahr steht? Wann beginnt nun endlich dieses Neue, wann ändert sich die Welt zum Guten? Wann vergehen Trauer und Frustration über die Zustände und ein echter Neuanfang beginnt? Ich muss an ein Erlebnis in Reinhardshausen denken, wo mir ein Kurgast über das "Neuwerden" folgende Geschichte erzählte: Er war im Gottesdienst und es gab die Möglichkeit, im Verlauf Kerzen zu entzünden. Das lehne er normalerweise ab. So etwas habe er noch nie gemacht und es gehöre für ihn auch nicht zu seinem Glauben. Und dann sei er doch aus einem Impuls nach vorne gekommen und habe eine Kerze entzündet. Warum, konnte er selbst nicht mehr sagen. Für seinen Vater, der vor langer Zeit verstorben ist und mit dem er immer ein schwieriges Verhältnis hatte. "Seitdem geht es mir gut", berichtet er "das war vollkommen unerwartet und neu. Ich konnte endlich mit dem abschließen, was mich so lange beschäftigt hat und neu beginnen. Das hat mich verändert". Gott sagt: "Siehe ich mache alles neu" und ich habe in dem Erlebnis gespürt: Genau das braucht oft Zeit und geht nicht von heute auf morgen. Aber es kann sich etwas ändern, wenn das Bedürfnis nach einem Neuanfang in uns wachgehalten wird. Wichtig ist es, offen zu bleiben für das Neue und die Hoffnung nicht zu verlieren. Dann kann Gott in und mit uns wirken. Und vielleicht auch mit und durch uns ein Stück von dem Frieden schaffen, den wir uns alle so sehr wünschen.
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